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10.09.2004
„Ein Schritt nach Europa“
Kohl erinnert an Ungarns Rolle vor dem Fall der Mauer im
September 1989
Berlin -
Eigentlich begann die Mauer schon heute vor 15 Jahren zu wackeln: Am 10.
September 1989 kündigte der damalige ungarische Außenminister Gyula Horn im
Fernsehen an, dass ab Mitternacht die Grenzen Ungarns zu Österreich für die
ostdeutschen Flüchtlinge geöffnet werden würden. Rund 50 000 Menschen
verließen bis Ende September 1989 auf diesem Wege die DDR.
Einer, der an dieser Entwicklung aus bundesdeutscher Sicht maßgeblich
beteiligt war, mahnte am Donnerstag in Berlin, die Rolle Ungarns bei der
Wiedervereinigung nicht zu vergessen. „Es war nicht zu erwarten, dass die
Ungarn diesen Weg gehen würden und konnten“, sagte Altkanzler Helmut Kohl bei
der Eröffnung einer Fotoausstellung in der ungarischen Botschaft im Beisein
von Bundespräsident Horst Köhler und des damaligen ungarischen
Regierungschefs Miklos Nemeth. Die Ausstellung „Bilder aus zwei
Jahrtausenden, Berlin, 1989-2004“ zeigt eindrucksvolle Werke des Berliner
Fotografen Günther Schaefer.
Kohl und Nemeth betonten, dass die Entscheidung Ungarns auch ein wichtiger
und mutiger Schritt Richtung Europa gewesen sei. „In einer schweren Stunde
unserer Geschichte haben die Ungarn sich als echte Freunde erwiesen“, sagte
Kohl. Heute sei Ungarn ein hoch angesehener Teil der EU und ein wichtiger
Partner Deutschlands, sagte der Altkanzler: „Ungarn-Deutschland, Deutschland
-Ungarn, das ist ein tolles Kapitel unserer jüngsten Geschichte. Und ich bin
sicher: Es wird ein tolles Kapitel bleiben.“
Die Ausstellung ist in der Botschaft der Republik Ungarn (Unter den Linden
76) noch bis zum 9. November zu sehen (Mo.-Do., 13-16 Uhr, Eintritt frei).
lem
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