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19. Juni 2007
Streit um Mauerbilder
Preußenverein ließ Ausstellung in Bahnhofspassagen vorzeitig abbauen
Innenstadt - Die Exposition
„Bilder aus zwei Jahrtausenden. Von der Maueröffnung bis zur Gegenwart“ von
Günther Schaefer, die bis 1. Juli laufen sollte, ist aus den
Ausstellungsräumen des Vereins „300 Jahre Preußen“ in den Bahnhofspassagen
verschwunden. Wie Schaefer den PNN sagte, habe der Vereinsvorsitzende und
Galerist Markus Wilhelmy die Ausstellung vorzeitig
abbauen und einlagern lassen. Der prominente Fotograf und bildende Künstler
hatte darin sein Langzeitprojekt vorgestellt, in dem er den Wandel der
Hauptstadtregion seit dem Fall der Mauer 1989 dokumentiert. International
bekannt wurde Schäfer auch durch sein heute unter Denkmalschutz stehendes
Mauergemälde „Vaterland“. Die Fotoschau zählte in dreieinhalb Wochen 4000
Besucher, laut Schaefer der „höchste Wert“, den der Preußenverein bisher bei
seinen Ausstellungen erreicht habe.
Gestern waren die Kontrahenten mit ihren Rechtsanwälten vor Ort, wo Schaefer
sein Ausstellungsgut mit einem Materialwert von 90 000 Euro wieder in Empfang
nahm. Er hatte dazu nach seinen Angaben die Polizei einschalten und ein
Eilverfahren beim Landgericht anstrengen müssen. Zuvor habe Wilhelmy gegen ihn ein Hausverbot verhängt und die
Schlösser zur Galerie austauschen lassen. Dies sei damit begründet worden,
dass der Fotograf eine Ein-Euro-Kraft des Vereins unhöflich behandelt habe.
Davon könne jedoch keine Rede sein.
Über die wahren Gründe der Auseinandersetzung wollten gestern beide Seiten
keine Angaben machen. Der für sein manchmal exzentrisches Auftreten bekannte
„Preußen“-Vorsitzende erklärte salopp: „Was Sie
auch immer dazu schreiben, ich werde es bestreiten.“ Schaefer sagte, der
Aufbau einer Ausstellung zur Naturfotografie im Flur der Passagen vor seiner
Exposition sei nicht Anlass des Streits gewesen. Nach PNN-Informationen
hat der Streit einen finanziellen Hintergrund. Die Partner hätten sich nicht
über die Abrechnung der dem Verein zustehenden Anteile und der Einnahmen aus
dem Verkauf der Fotobücher und CDs einigen können. In einem Rückruf räumte Wilhelmy diese Unstimmigkeiten gestern Nachmittag dann
doch ein.
Der Preußenverein hat inzwischen vollendete Tatsachen geschaffen und
Schaefers „Mauerbilder“ durch Ansichten Potsdamer Baudenkmale ersetzt. Sie
sollen bis Ende September gezeigt werden. Autor ist der Potsdamer Sammler und
Modellbauer Siegfried Lieberenz. „Ich war von der
Vorverlegung meiner Ausstellung auch überrascht, denn ursprünglich sollte sie
erst ab 7. Juli gezeigt werden“, äußerte er sich. E. Hoh
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