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http://www.berliner-mauer-kunst.net Kritik
an der Entscheidung des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg zum Projekt
"Wall on Wall" an der East-Side-Gallery Die mehrheitlich
heute vom Bezirksamt beschlossene Realisierung des Kunstprojektes „Wall on
Wall“ von Kai Wiedenhöfer und Adrienne Göhler (ehem. Kultursenatorin),
welches die Projektion u.a. von Bildern der Mauer zwischen Israel und dem
Westjordanland auf die East Side Gallery (in neuerer Version nunmehr
auf der Spree zugewandten Seite der Berliner Mauer) zum Inhalt hat, stößt auf
die einhellige und entschiedene Ablehnung der SPD-Fraktion
Friedrichshain-Kreuzberg. Die Frage der
Genehmigung für die Ausstellung „Wall on Wall“ kann nicht und muss nicht in
erster Linie unter dem Gesichtspunkt der Freiheit der Kunst entschieden
werden, denn die East-Side-Gallery gehört zum Gedenkstättenkonzept Berliner
Mauer. Eine
Gleichsetzung von trennenden Mauern relativiert die SED-Diktatur und
verurteilt zugleich u.a. die Politik des Staates Israel. Die Berliner Mauer
ist krasseste Folge der deutsch-deutschen Teilung und eine direkte Folge des
von Deutschland entfesselten II. Weltkriegs, die Gründung des Staates Israel
wiederum eine Reaktion auf den Genozids des deutschen Faschismus an der
jüdischen Bevölkerung in weiten Teilen Europas. Ausgerechnet hier z.B. die
israelische Mauer auf die Berliner Mauer zu projizieren lädt unserer
Auffassung nach alle ein, die der Geschichtsklitterung und -fälschung zu
politischen Zwecken Vorschub leisten, von Antisemiten bis hin zu Linken, die
die DDR zum romantisch - heimeligen Staat verklären wollen, der sich den
Angriffen des US-amerikanisch geprägten Imperialismus erwehren musste. Auch wenn die
Initiatoren des Projektes jetzt eine veränderte Konzeption verfolgen, wird
das Projekt durch die Erweiterung der Grenzvergleiche nicht besser; es wird
lediglich die Anzahl der schiefen Vergleiche und Assoziationen erhöht. Auch einige East-Side-Gallery Künstler, wie etwa Günther Schaefer (www.berliner-mauer-kunst.net),
wenden sich gegen die Verfremdung und thematischer Überlagerung des
authentischen Ortes. Die SPD-Fraktion
Friedrichshain-Kreuzberg wird, falls das Bezirksamt die Vorlage in die
Bezirksverordnetenversammlung einbringt dafür werben diese abzulehnen, um
somit die Durchführung des Projektes an diesem spezifischen Ort der
Erinnerung, welcher neben der Erinnerung an die trennende Todesgrenze auch
durch die Entstehung der East-Side-Gallery die Freude der friedlichen
Überwindung der Mauer zum Ausdruck bringt, zu verhindern. SPD-FraktionFriedrichshain-Kreuzberg Rathaus Kreuzberg
Yorckstraße 4-11 10965 Berlin e-Mail:
info@spd-fraktion-friedrichshain-kreuzberg.de gez. Andy Hehmke Fraktionsvorsitzender Öffentlichkeitsarbeit:
Lorenz Postler (0171 28 393 58) |