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Die East Side Gallery, einer der
letzten und längster erhaltener
Überrest der Berliner Mauer der sich noch an historischer Stelle
befindet, ist zugleich die größte Open-air Galerie der Welt. Sie wurde im Januar 1990 von
einer Internationalen Künstlergruppe um Thierry Noir, Günther Schaefer, Kani Alavi, Ciddy Citny, Birgit Kinder
und Jim Avignon u.a. begründet.
Die damalige Organisationschefin
war die Schottin Chris MacLean, als ehemaliger britischer Kulturattaché in
Ost-Berlin, ermöglichten ihre exzellenten Kontakte zu den DDR Behörden, In
einer Zeit wo von Wiedervereinigung noch keine Rede war, erstmals in der
Geschichte die Mauer von der Ostseite zu bemalen. Mit einer Länge von 1,3
km schlängelt sie sich parallel zur Spree durch Berlin und erzählt mit
ihren Werken von Berliner und deutscher Geschichte. Sie Ist ein besonderer
Ort, an dem die Kunst Ausdruck geworden ist für ein Novum in der Historie,
sie legt Zeugnis ab von einem geteilten und einem wiedervereinten
Deutschland. Sie spricht von einem alten und einem neuen Berlin, von einem
"Eisernen Vorhang" der den Globus in zwei gigantische Machtblöcke
spaltete. Sie ist eine Stätte der Begegnung zwischen Berlinern und
Besuchern aus aller Welt, die diese Stelle, gleich von welcher Seite, auch
als Ihre ehemalige Grenze begreifen. In der Mühlenstraße zwischen der
Oberbaumbrücke und Ostbahnhof In Friedrichshain, entlang dem ehemaligen
Grenzstreifen, der in der Mitte der Spree endete, spannt sich ein
einzigartiger Bilderbogen, der ein Zeichen setzt gegen die Unmenschlichkeit
und auch deren Überwindung symbolisiert.
Nach dem
Mauerfall Im November 1989 strömten über hundert Künstler aus aller Welt
zusammen, und gaben diesem bis dahin mit künstlerischem Tabu belegten
monströsem Bauwerk mit Ihren Werken in einer neuen Zeit ein neues
Antlitz. Dieses neue Antlitz wurde
zur East Side Gallery. Das Projekt, das in einem bescheidenen Rahmen begann,
entwickelte sich im Laufe der Zelt zu einer enormen Galerie mit über 100
Werken.
Heute - Siebzehn
Jahre danach Ist sie teilweise auch einem Verfall ausgesetzt. Denn obwohl die East Side Gallery ein
Anziehungspunkt für Touristen ist und auch von den Berlinern großen
Zuspruch erfährt, zeugt die Geschichte Ihrer letzten Jahre von einem
traurigen politischen Umgang mit unserer jüngsten Vergangenheit. Nach dem
Motto aus den Augen aus dem Sinn geriet die East Side Gallery um Mitte der
neunziger Jahre zunehmend In Vergessenheit und die stille Hoffnung von
manchem Verantwortlichen, sie möge sich "über den Zahn der Zelt"
von selbst auflösen, schien sich In gewisser Weise zu bewahrheiten. Obwohl
die Galerie seit Oktober 1990 unter Denkmalschutz steht, leiden die Bilder
die noch heute um die Welt gehen in einer dramatischen Weise. Der Beton
selbst ist brüchig und teilweise von der Witterung angegriffen. Es stellte
sich heraus, dass diese Mauer doch nicht für "hundert Jahre"
gebaut war. Die Ursache ist Korrosion am Armierungsstahl im inneren des
Betons. Aufwendige Sanierungen sind nötig um den gänzlichen Exodus dieses
Monuments der Völkerverständigung zu stoppen. Als man im Jahr 1996 sogar
öffentlich über die Aufhebung des Denkmalschutzes und einen endgültigen Abriss
diskutierte, gründeten die Mauerkünstler den gemeinnützigen Verein
Künstlerinitiative East Side Gallery e.V.,
der sich für den Erhalt der bemalten Mauerreste an ihrem
ursprünglichen Ort einsetzt.
In einer groß
angelegten Aktion rief die Initiative in jenem Jahr die Mauerkünstler
zusammen, um die bereits schadhaften Werke provisorisch zu
restaurieren. Der Erfolg gab den Kreativen Recht. Für eine kurze Zeit stand die East
Side Gallery wieder in voller Blüte und In der Öffentlichkeit wuchs, auch
aus internationaler Sicht, ein positives Bewusstsein zu diesem Monument
jüngster deutscher- und auch Weltgeschichte.
Seitdem bemüht
sich die Initiative weiterhin über Spenden und Sponsoring eine Zukunft für
die East Side Gallery zu schaffen und einen dauerhaften Erhalt über
Sanierung durchzusetzen. Über 50 Mauerkünstler sind Mitglieder des Vereins,
dessen aktuellen Vorstand die Künstler und Mauermaler Kani
Alavi und Günther Schäfer bilden.
Zwei Werke sind
auf Betreiben der Künstlerinitiative und des Landesdenkmalamts als
Pilotprojekte 1997 und 1998 betonsaniert und
wiederbemalt worden. Das Gemälde von
Günther Schäfer, „Vaterland“, saniert von der Firma LOBA und das Bild von Narendra Jain, "Sieben
Stufen der Erleuchtung“, saniert von der Denkmalpflege Güstrow. Aufgrund
dieser Arbeiten konnten wichtige Erfahrungen gesammelt werden. Denn es existierten bis dahin, selbst nicht für
Betonspezialisten, etwaige Vorbilder die zur Sanierung der Berliner Mauer
gedient hätten.
Der größte Coup
gelang den Künstlern im Jahr 2000. Es wurden 330 Meter der Mauer In
Kooperation mit dem Verband der Deutschen Lackindustrie (Frankfurt/M)
komplett betonsaniert und die Gemälde von den
Künstlern restauriert. Also ca. ein
Drittel der Mauergalerie erstrahlt nun wieder in alter Pracht. Die Kosten
beliefen sich auf Euro 500.000. Die
Kosten für die Komplettsanierung des Reststreifens belaufen sich auf Euro
1.000 000.
Neben der
Sanierung und der Wiederbemalung der Galerie hat die Initiative die East
Side Gallery wieder in ein internationales Blickfeld gerückt, um sie
zukünftig vor allem, als eine spannende Begegnungsstätte nicht nur für
Berliner zu etablieren. In einer besonderen Verbindung von Vergangenheit , Kunst und Denkmal Ist die East Side
Gallery kein toter Ort, sondern eine aufregende Stätte in Berlin, an der
sich viele Wege kreuzen und von dem aus Impulse für Frieden und
Völkerverständigung in alle Welt ausgehen können und sollten.
G. Schaefer, 2007
Fakten zur East Side Gallery
110 Künstler aus aller Welt schufen
von Januar bis September 1990 insgesamt 104 Werke. Am 28.
September 1990 erfolgte die feierliche Eröffnung durch den
Bezirksbürgermeister von Friedrichshain Helios Mendiburu.
Erbaut:
1961 / Länge: 1316 Meter / Höhe 3,46 Meter / Gewicht: 2821,4 Tonnen /
Segmente: 1085 / Bemalte Fläche:
4196 qm / Ver-brauchte
Farbe: 4114 Liter / Ursprüngliche Farbe: Grau / Durchgangsverkehr seit 1990
ca. 200. 000 Personen täglich, da die Mühlenstraße gleichzeitig die
Hauptverbindung zum Flughafen Schönefeld darstellt.
Report:
Feierliche Eröffnung der East Side Gallery 28. September 1990

30. Juni 2004. Berlin - East Side
Gallery. Die olympische Fackel passiert „Vaterland“ von
Sydney
kommend auf ihrem Weg nach Athen.
June 30th 2004. Berlin - East Side Gallery. The Olympic torch
passed “Fatherland” on the
way to Athens.
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