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Januar 2002, Neujahrsempfang des Bundespräsidenten. Johannes Rau ehrt
verdiente Bürger.
Am 9. Januar fand der traditionelle Neujahrsempfang des Bundes-präsidenten auf Schloss Bellevue statt. Unter den rund 250 ranghohen Gästen aus Politik, Kultur
und Wirtschaft natürlich auch Bundeskanzler Gerhard Schröder mit
nahezu vollständigem Kabinett sowie der Regierende Bürgermeister Berlins Klaus
Wowereit. Doch laut Protokoll sollte für ca. 80 „Normalbürger“,
angereist aus allen Bundesländern, dieser Tag etwas ganz Besonderes werden.
Sie standen im Mittelpunkt dieses Empfangs. Geehrt wurden von Bundespräsident
Johannes Rau Bürger aus allen gesellschaftlichen Schichten die sich
überwiegend ehrenamtlich für ihr Land verdient gemacht hatten. Darunter fünf
Berliner Bürger. Einer von Ihnen war der Künstler und Berlin-Botschafter
Günther Schäfer. Grund der Einladung war sein langjähriges Engagement
für die deutsch-israelische Freundschaft. Im Besonderen als Mitinitiator der
heute unter Denkmalschutz stehenden East Side Gallery. So schuf er an
dem längsten noch erhalten Berliner Mauerstreifen, den wohl provokantesten
Beitrag: Das 11 Meter lange und 3,5 Meter hohe Gemälde „Vaterland“,
eine Kombination aus der bundesdeutschen und israelischen Staatsflagge.
Dieses Schwarz-Rot-Gold mit Davidstern, ein auch längst zu internationalen
Meriten gelangtes Werk, bezieht sich zweifach auf „das“ deutsche Schicksalsdatum den 9.
November. Zuvörderst auf den 9. Nov 1938, dem Pogrom der so genannten
„Reichskristallnacht“, weiterhin auf den 9. Nov.1989, dem Tag der
Maueröffnung, geschaffen als Mahnmal gegen jeglichen Fanatismus und als
Symbol für Frieden Toleranz und Völkerverständigung. Dieses Aufsehen
erregende Werk wurde in 11 Jahren von politisch motivierten Fanatikern
unterschiedlichster Richtungen
30-fach zerstört. Schäfer kehrte immer wieder zurück und restaurierte es
unter erheblichen Energieaufwand und nicht zuletzt wegen der leeren Kassen
des Landesdenkmalamts auf eigene Kosten. Auf Schloss Bellevue erfuhr dieses Novum in der über
40-jährigen Historie der Berliner Mauerkunst durch den Bundespräsidenten
Johannes Rau seine besondere Würdigung. Für den Künstler Bestätigung und Motivation zugleich,
intensiv sein Engagement innerhalb dieses so geschichtsbeladenen
Themenbereichs fortzusetzen. |
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January 2002
New year’s reception of the Federal President of Germany Johannes Rau honours outstanding
citizens. |